Dana Nationalpark – Eldorado für Wanderer und Sternegucker

Das Imposanteste ist die Stille. Oder die Weite. Der Dana Nationalpark liegt im Südwesten von Jordanien, die Tauchreviere von Aqaba sind nicht weit und zur antiken Stadt Petra bietet sich ein Tagesausflug an, doch dann entgeht den Besuchern der grandiose Sternenhimmel. Und die ungezwungene Herzlichkeit der Beduinen. Und … und … und.

Hier ein paar Fakten: Mit 300 Quadratkilometern ist das Dana Biosphärenreservat der größte Nationalpark des Landes. Kalkstein, Granit und Sandstein bilden teils abenteuerliche Formationen. Trotz der Trockenheit überleben hier über 800 Pflanzenarten; 215 Vogel- und 38 Säugetierarten haben hier ihren Lebensraum. Das Regierungsprojekt möchte alles richtig machen: die Natur schützen, aber den Beduinen die Lebensgrundlage erhalten. Deshalb sind Viehzucht und landwirtschaftliche Nutzung in begrenztem Umfang erlaubt. Die Natur soll ungestört bleiben, aber stolz möchte man sie den Besuchern zeigen. Auch hier siegt der Kompromiss: Nur wenig Unterkünfte gibt es im Nationalpark, alle umweltfreundlich unter dem Dach der „Royal Society for the Conservation of Nature“ und geführt von den Bewohnern der nahegelegenen Dörfer. Unser Tipp: Lassen Sie sich zwei Tage Zeit für dieses landschaftliche Kleinod. Zum Sonnenuntergang erwartet Sie der Ranger im Allrad am Aussichtspunkt des Dana Naturschutzgebiets und bringt Sie zu Ihrer ersten Unterkunft, dem Rummana Camp in himmlischer Einsamkeit auf dem Vorsprung einer hohen Felsklippe. Einzige Lichtquelle in der stillen, sternenklaren Nacht sind das Lagerfeuer und die kleinen Lichter, die die Wege zu den Zelten markieren – mehr Romantik geht nicht!

Nach dem gemeinsamen Frühstück – Hummus, Pitabrot und Zatar, also echt jordanisch – erweist sich der Dana Nationalpark als Wanderparadies. Entlang des „White Domes Trails“ geht es ins Dorf Dana. Man trifft kaum jemanden zwischen den weißen Felsenkuppeln und den Fenchelpflanzen, manche bis zu drei Meter hoch. Adler schweben über der Szenerie, blaue Eidechsen huschen über die heißen Steine, kleine Schildkröten verziehen sich unter die Büsche. Im Dorf treffen Sie auf die Frauen des Wild Jordan Projektes, die hier ihren feinen, eigenen Schmuck herstellen. Sie freuen sich über Besucher, die hier begeistert nach Souvenirs Ausschau halten. Nach einem Transfer vom Dorf Dana nach Feynan übernimmt die Dorfgemeinschaft: Lokale Beduinen fahren die Gäste über holprige Wege durch die einsame Landschaft in die liebevolle Feynan Ecolodge. Elektrisches Licht sucht man hier vergebens, stattdessen stehen Kerzen in kleinen Einbuchtungen in den Wänden der Gästezimmer. Und schon ist man Teil der Familie: Zur Kaffeezeremonie geht es zu den Eltern eines Beduinen-Mitarbeiters ins Gästezelt neben Ziegen, Hühnern & Co. Hier ist alles streng geregelt: wie die Tasse gehalten und geschüttelt werden muss, jede Geste hat eine Bedeutung, genauso die Anzahl der getrunkenen Tassen. Und wenn man sich mal irrt? Egal, ein Lächeln ist die beste Völkerverständigung. Ist man noch Gast oder schon Freund? Die Übergänge sind fließend und gewollt.

Das Abendprogramm teilen sich Sonne, Mond und Sterne. Im Wadi Ghweir blühen mit etwas Glück die Oleanderbüsche entlang des trockenen Flusslaufs in allen Pinktönen. Und wenn die Sonne niedrig steht, werden die Besucher zu Kindern und veranstalten lustige Schattenspiele auf den Hügeln. Nach der letzten Ausgelassenheit des Tages beim vegetarischen Büffet – Beduinen essen nur sehr selten Fleisch – kommt sie, die Stille der Nacht. Am Teleskop ist noch eine Weile Bewegung, wenn es gilt, einzelne Planeten wie den aufgehenden Saturn auszumachen. Ein letztes Pssst, Genießer haben sich längst ihre Matratzen aufs Dach legen lassen. In der Ferne bellt ein Hund, meckert eine Ziege. Dann wird es still und ein mächtiger Sternenhimmel wölbt sich über die scheinbar endlose Landschaft. 

Bilder: © Jordan Tourism Board und Feynan Ecolodge Photo by Bashar Alaeddin

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