Karneval á la Oamaru – am anderen Ende der Welt

Oliver Briggs ist auf dem Hochrad gekommen, Richard Gravis hat sich mit Jack Russel Terrier Macy in sein historisches Mini-Cabrio gezwängt und Julie Clark gibt wieder die Königin

– seit 28 Jahren schon feiert das neuseeländische Städtchen Oamaru seine viktorianische Vergangenheit. Sufragetten, Romanhelden, Steam Punks paradieren auf den Hauptstraßen.

Es ist die wenig romantische Gefrierfleischindustrie, der die kleine Stadt ihren romantischen Charakter verdankt. Der örtliche Kalkstein prägt bis heute das Stadtbild. Die historische Innenstadt ist zwar nur ein paar wenige Straßenzüge groß, ist aber nahezu ausschließlich viktorianisch, und das innen wie außen. Kunst, Whisky, alte Bücher, Witziges und Aberwitziges und Kitschiges – alles ist hier zu haben.

Aber vor allem während der großen Parade der Victorian Heritage Celebrations wird die Vergangenheit lebendig. Da sind die waghalsigen Männer auf den wackeligen Hochrädern, liebevoll gepflegte, schnaufende Oldtimer, deren Fahrer ebenso aus der Zeit gefallen scheinen, tiefschwarze Dampfmaschinen, Dudelsackspieler und schließlich die Kutsche mit der Queen – stilecht mit dauerwinkendem weißem Handschuh und falscher Krone. Aber es sind nicht nur die Teilnehmer der Parade, die sich bis ins Detail viktorianisch herausputzen. Es sind die Einwohner und Besucher aus ganz Neuseeland, die sich in enge Korsetts zwängen und in ausladenden Röcken unterm Spitzensonnenschirm die Straßen entlang spazieren. Ein Sehen und Gesehen werden in dieser verrückten Mischung aus Vergangenheitsverklärung und ausgelassener Gegenwärtigkeit.

Aber auch unabhängig von den viktorianischen tollen Tagen will man in Oamaru den Besuchern die Vergangenheit nahebringen: die Harbour Street ist in diesem Winter erstmals am Wochenende für den Autoverkehr gesperrt, so dass man entspannt durch Boutiquen und kleine Sammlungen schlendern kann und Living History Touren sollen die viktorianische Vergangenheit auch an den anderen Tagen im Jahr lebendig werden lassen.

Bilder: © Stefanie Schweda

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