Curanto. Chile – der Dampfkochtopf der Insel Chiloé

Eineinhalb Meter tief muss das Loch schon sein, um genügend glühend heiße Steine aufzunehmen. Immerhin ist Curanto kein Gericht für eine Kleinfamilie, sondern für ein ganzes Dorf – oder eine Besucher-Gruppe aus Deutschland! Am besten hungrig. Und in jedem Fall neugierig. „Chiloé ist meine geliebte Heimat / mit ihren endlosen Feldern und Stränden / aufrecht überqueren dich deine Wolken / und sagen eine glückliche Zukunft voraus“, so singen die Frauen bei der mühevollen Vorbereitung. Es ist die Hymne der mystischen Insel Chiloé in Patagonien, die man von Puerto Montt nach kurzer Bus- und Fährfahrt leicht erreichen kann.Auf die Steine schütten die Köchinnen kistenweise Muscheln, Krabben und vieles andere, was sich an den Ufern der Insel finden lässt. Dazu Huhn und Wurst, geräuchertes Schwein und Kartoffeln. Die wachsen hier wie Unkraut und die kleinen Farmer kultivieren auch heute noch rund 500 verschiedene Sorten. Jetzt braucht man die Blätter des Nalca – sieht aus wie Riesen-Rhabarber, nennt sich aber in Deutschland ganz treffend

Mammutblatt –, um den schmackhaften Haufen abzudichten. Aber noch ist nicht alles beisammen: Chapaleles und Milcaos sind Kartoffelküchlein, die zu Chiloé gehören wie die Stelzenhäuschen und die UNESCO-geschützten Holzkirchen; Sie werden auf dem kleinen Hügel platziert. Mehr NalcaBlätter, zum Beschweren Leder oder Sackleinen und fertig ist der chilenische Dampfkochtopf!

Lange lässt man die Krebse & Co. unter sich. Zeit, um einen der kräftigen chilenischen Rotweine zu kosten. Und sich an das bisher Gesehene zu erinnern: an die Magellan-Pinguine auf den Puñihuil Islets, den drei kleinen Inseln südwestlich von Ancud, der Hauptstadt Chiloés. Oder den Bummel durch den Hafen mit den kleinen Kuttern, die die Krebse brachten, die gerade im Curanto garen.

Zwei Stunden später ist es geschafft – die Kartoffelküchlein sind heiß und knusprig, Krebse, Muscheln und Huhn sind gar und bereit für die Gäste aus Deutschland. Und wer auf den Geschmack gekommen ist: Einen Curanto kann man übrigens auch in der Heimat nachkochen, Garten-schonend im Kochtopf.


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